Hinweis: Fortbildungen finden am 21.03. und am 24.03.2018 statt. Die Teilnahmegebühr pro Fortbildungstag berechtigt zur Teilnahme an zwei Workshops am selben Tag. Dies schließt den Besuch der Carus Master Classes mit ein. DGPM/DKPM Mitglieder = 165,00 € / Nichtmitglieder = 215,00 €

Sollten Sie ausschließlich an einer Fortbildung teilnehmen, so wird zusätzlich eine Kongressumlage in H.v. 70,- € berechnet. Die Kongressumlage beinhaltet den Mehrwert durch Nutzung des Kongressgebäudes/ -umfeldes (für z.B. Organisation, Ausstellung, Poster).

 

Veranstaltungsort für die Fortbildungen am Mittwoch:

Urania Berlin
An der Urania 17
10787 Berlin

Achtung
Veranstaltungsort für die Fortbildungen am Samstag:

Hotel Sylter Hof Berlin
Kurfürstenstraße 114
10787 Berlin

Übersicht des Fortbildungsprogramms:

Mittwoch, 21.03.2018 | 08:30 - 11:30 Uhr

Psychotherapeuten tun sich mitunter schwer, die Gutachtenanträge im Richtlinienverfahren verständlich und folgerichtig abzufassen. Zunehmend fordern die Gutachter im Rahmen der Richtlinien Psychotherapie die Berücksichtigung von OPD-Befunden in den Gutachtenanträgen.
Mit Hilfe des OPD-Manuals lassen sich psychodynamische Zusammenhänge besser erkennen und in klare Aussagen formulieren. Die OPD ist ein multiaxiales valides diagnostisches Instrument zur Erfassung zentraler psychodynamisch bedeutsamer Aspekte unserer Patienten.
In dem Workshop werden die Grundzüge der OPD-Diagnostik dargestellt anhand der Krankheitsverarbeitung und Behandlungsvoraussetzungen, der dysfunktionalen Beziehungsmuster, der lebensbestimmenden Konfl ikte und den strukturellen Fähigkeiten bzw. Einschränkungen und deren Operationalisierung. Eine weitere Anwendung der OPD besteht in der Therapieplanung und der Veränderungsmessung. Dazu gehören die Bestimmung von Therapieschwerpunkten und der Entwurf darauf abgestimmter Behandlungsstrategien sowie die Möglichkeit der Evaluation des Behandlungsverlaufes. Nach der Präsentation der Grundprinzipien soll anhand von einzelnen Fallbeispielen die Anwendung verdeutlicht werden.

W. Keller (Berlin)

Die Therapie der Magersucht ist schwierig, da die Patientinnen sich durch die Behandlung in Ihrer Autonomie bedroht fühlen, ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten und eine starke Bindung an die Symptomatik aufweisen. Hinzu kom
men die mit dem Untergewicht verbundenen gravierenden gesundheitlichen Folgen. Im Rahmen des Workshops wird ein Behandlungsmanual zur fokalen Psychodynamischen Psychotherapie vorgestellt, welches auf die besonderen Aspekte der Behandlung der Anorexie im Erwachsenenalter eingeht (Friederich et al. 2014, Hogrefe). Die Wirksamkeit des Therapiekonzeptes konnte in einer großangelegten klinischen Studie belegt werden (ANTOP). Anorexie typische Konstellationen der intra- und interpersonellen Psychodynamik werden anhand von kurzen Fallbeispielen beschrieben. Anschließend werden die Therapieprinzipien und Behandlungsphasen vorgestellt und anhand von Interventionsbeispielen illustriert. Das therapeutische Vorgehen zentriert auf die aus psychodynamischer Sicht relevanten Merkmale der Beziehungsgestaltung und damit verbundene zentrale Konfl iktthemen. Weitere Themen des Workshops stellen die Therapie von ich-strukturellen Beeinträchtigungen dar sowie der Umgang mit therapeutischen Krisen und Komplikationen in der Behandlung.

H-C. Friedrich (Düsseldorf)

(keine Vorkenntnisse nötig)

Der Workshop gliedert sich in zwei Teile. (1) Empfehlungen für einen sinnvollen Einsatz von psychometrischen Instrumenten in der täglichen Routine. Dabei sollen die Teilnehmer basale Kenntnisse zur Beurteilung der Güte von Fragebögen erhalten. In dem Kurz werden zum dem lizenzfreie Fragebögen vorgestellt die sich bislang in der Praxis für das Screening und die Messung des Therapieerfolgs bewährt haben. (2) Vorstellung von verschiedenen Softwarelösungen und deren Kosten. Dabei wird auch auf die Vergütungsmöglichkeiten für eine routinemäßige psychometrische Erfassung eingegangen.

F. Fischer (Berlin); G. Liegl (Berlin); K. Fischer (Berlin)

Die große Furcht der Prüfl inge ist, dass „Alles“ gefragt werden könnte. Wir gehen aus von der Prüfungssituation, entwickeln Fragen, wie sie Ihnen gestellt werden könnten und sammeln Fakten, die eine ausreichende Antwort erlauben. Sie üben in der Gruppe praktisch. Wir werden den Themenkatalog des Gebiets besprechen und Stichwortlisten sowie Literatur zur Vorbereitung zusammenstellen und bewerten, Repetitionsstrategien und Memo-techniken besprechen. Sie erfahren, wie Sie dem „blackout“ vorbeugen und auch schwierige Gesprächssituationen meistern. Sie können von dem Seminar profi tieren, wenn Sie kurz vor der Prüfung stehen, aber auch schon im Vorfeld am Anfang ihrer Ausbildung, wenn Sie Ihren Wissenserwerb strukturieren wollen.

T. Loew (Regensburg)

Samstag, 24.03.2018 | 09:00 - 12:00 Uhr

In dem Workshop werden Grundlagen für einen Umgang mit partnerschaftlich-sexuellen Beziehungs-Problemen und -Störungen vermittelt. Hierbei wird die sexualdiagnostische Einordnung von Störungsbildern, als auch Grundelemente der Sexualberatung vermittelt und dargestellt, wie die Erörterung von Sexualstörungen in einem kompakten Zeitrahmen möglich ist und wie Überweisungskompetenz erworben werden kann. Der Workshop richtet sich an klinisch Tätige in der allgemein- und fachärztlichen sowie psychotherapeutischen Praxis.

C. J. Ahlers (Berlin)

Dieser Workshop gibt einen Überblick über die Theorie und praktische Anwendung einer supportiv-expressiven Intervention für Einzelpersonen und Paare, die mit den psychischen und körperlichen Belastungen im Zusammenhang mit einer metastasierten und fortgeschrittenen Krebserkrankung konfrontiert sind. CALM zielt auf die Reduktion psychischer Belastungen, auf die Verbesserung der Lebensqualität sowie die Förderung von innerem Wachstum und Reife. Die Intervention umfasst die vier übergeordneten Dimensionen (1) Symptommanagement und Kommunikation mit dem Behandlungsteam, (2) Veränderungen des Selbst und der Beziehungen zu nahestehenden Menschen, (3) Lebenssinn und Spiritualität sowie (4) Gedanken an die Zukunft, Hoff nung und Sterblichkeit. In 3-6 Einzelsitzungen à 45 Minuten geht es inhaltlich um die enge Zusammenarbeit mit dem Behandlungsteam zur Sicherstellung einer optimalen Versorgung und Symptomkontrolle, um die Unterstützung bei der Anpassung in partnerschaftlichen, familiären und anderen wichtigen Beziehungen, um die Förderung von Hoff nung und Lebenssinn sowie um die Unterstützung bei Anliegen, die die weitere Zukunfts- und Versorgungsplanung betreff en. Der Workshop gibt Einblick in den theoretischen Hintergrund von CALM, empirische Befunde und die praktische Anwendung der Intervention.

A. Mehnert (Leipzig)

Mittwoch, 21.03.2018 | 12:30 - 15:30Uhr

In this workshop, we will review a metapsychology of unconscious operations derived by Habib Davanloo from 40 years of video based research. Using this evidence based framework direct interviewing is used to activate unprocessed impulses/feelings, unconscious anxiety and unconscious defenses that result in somatic and health anxiety presentations. Five mechanisms of somatization will be illustrated and the treatment techniques for each will be reviewed.

A. Abbass (Halifax, CA)

For many clinicians schema therapy for cluster-C personality disorders is a welcome addition to their therapeutic repertoire, given the high prevalence of cluster-C patients and their resistance to change. In this workshop an introduction into schema therapy for cluster-C personality disorders will
be off ered. The workshop includes a theoretical introduction into schema therapy, schema mode conceptualizations of cluster-C personality disorders, and the specifi c way the therapeutic relationship is used (including the concept of limited reparenting). Participants will learn how to make schema mode conceptualizations of their own patients, in collaboration with their patients, that will guide their treatment. Next, participants will be off ered explanations and life or video examples of the most important techniques per mode. Issues related to breaking through persistent behavioral patterns (avoidance, dependence, perfectionism), and stimulating autonomy and independence of therapy are discussed. If time permits, participants are invited to practice a specifi c technique in pairs whilst the presenter will be available for supervision if needed.

A. Arntz (Amsterdam, NL)

This workshop will provide an introduction into advanced health measures to assess patient-reported outcomes in clinical and research settings. We will provide an overview of the PROMIS initiative, funded by all National Institutes of Health (NIH) in the U.S., its German adaptation, and an introduction into item response theory (IRT) and computer adaptive tests (CATs). The workshop will also cover: 1) guidelines for selecting outcome measures tailored for a specifi c purpose; 2) case studies in clinical practice and research, highlighting utilization of diff erent data collection technologies; 3) factors to consider when selecting assessment technologies; 4) resources available for implementing PROMIS and NIH Toolbox.

N. Rothrock (Chicago, USA), M. Rose (Berlin)

Die Jahre von 1933 bis 1945 haben tiefe Spuren in den Familien hinterlassen. Traumatisierungen durch Kriegserlebnisse und Verfolgung, seelische Beschädigungen durch den Nationalsozialismus, Verlust von Heimat durch Flucht und Vertreibung, schuldhaftes Handeln und Schweigen, Opfer, Täter oder Mitläufer sein – all diese Erfahrungen von Eltern und Großeltern können tiefgreifende Auswirkungen auf ihre Nachkommen haben und sich manchmal in einer klinischen Symptomatik äußern. In der Psychotherapie sind die Nachwirkungen von Krieg und NS-Zeit lange Zeit wenig berücksichtigt worden, treff en hier in den letzten Jahren aber auf steigendes Interesse – auch dadurch angeregt, dass sich immer mehr Menschen intensiv mit ihrer Familiengeschichte beschäftigen
In dem Workshop wird auf die aktuelle Bedeutung des Themas eingegangen und ein theoretischer Überblick über die transgenerationale Übertragung von Traumatisierungen und Beschädigungen gegeben; ausgewählte Forschungsergebnisse werden dargestellt. Zudem besteht die Möglichkeit, Bezüge zur therapeutischen Arbeit und eigenen Familiengeschichte herzustellen.

U. Pohl (Bad Krozingen)

GIM ist eine Form rezeptiver Musiktherapie in der Dyade, bei der in einem entspannten Bewusstseinszustand vorwiegend klassische Musik gehört wird. Das durch die Therapeutin verbal begleitete Hören speziell zusammengestellter (meist) klassischer Musikstücke hilft der Klientin bzw. dem Klienten, auf eine Imaginationsreise zu gehen, wobei die auftauchenden Sinneswahrnehmungen, körperlichen Empfindungen und inneren Bilder, Gefühle und Gedanken einen symbolischen Zugang zur eigenen Leiblichkeit und den interiorisierten Erlebensmustern ermöglichen. Erst nach dem Malen eines sog. Resonanzbildes wird das Erleben reflektiert.
Der Workshop soll Interessierten einen ersten Einblick in die Theorie und Praxis von GIM vermitteln. Die TeilnehmerInnen können die Methode dabei auch in Eigenerfahrung erleben. GIM kann von Angehörigen therapeutischer Berufe, die keine Musiktherapeuten sind, gelernt und angewendet werden, da man kein Instrument beherrschen muss.

I. Frohne-Hagemann (Berlin)

Wir alle kennen Patienten mit überbordenden Symptomschilderungen. Diese Fixierung seitens des Patienten in der Behandlungsbeziehung scheint oft veränderungsresistent. Hinter dem Verhalten steckt ein – bisweilen verqueres – Beziehungsangebot, das es gilt, nutzbar zu machen. Eine Gruppenbehandlung kann hier helfen, Widerstände zu erkennen und loszulassen und neue Sicht- respektive Spürweisen zu wagen. Neben dem Gruppenleiter / Leiterpaar kommt dabei allen Gruppenmitgliedern eine besondere Rolle zu. In der Gruppe können Konflikte durch die mannigfaltigen Übertragungsmöglichkeiten deutlicher hervortreten. Gefühle und Symptome werden auf einer Metaebene zugänglich für alle und besprechbar und getragen durch die Gruppe! Mit der systematischen Einbeziehung von körperorientierten und kreativen Verfahren in unseren gruppenanalytischen Ansatz profitieren besonders auch psychosomatische Patienten: sie finden einen Ausdruck für ihre Gefühle und die Sprache dazu.
In diesem Workshop möchten wir Ihnen einen (selbsterfahrungsorientierten) praktischen Einblick in unsere Arbeitsweise mit Gruppen geben und Fragen diskutieren.

K. Gerlach (Berlin); H. Küster (Halle)

Trotz hoher Prävalenz psychischer Störungen bei über
60Jährigen sind Ältere in der Richtlinienpsychotherapie weiterhin erheblich unterrepräsentiert – warum? Gibt es Vorurteile gegenüber Psychotherapie auf Seiten der älteren Patienten, der überweisenden Ärzte oder bei den Psychotherapeuten? Das Seminar stellt Modelle psychischer Symptombildung im Alter aus psychodynamischer und kognitiv-behavioraler Sicht dar und referiert den aktuellen Wissensstand zu Besonderheiten der Psychotherapie mit Älteren und deren Wirksamkeit. Es gibt Zeit für Diskussion anhand von Beispielen der Teilnehmer und Referentin.

G. Schneider (Münster)

Samstag, 24.03.2018 | 13:00 - 16:00 Uhr

Grundlage dieser Fortbildung unter Leitung von Jochen Timmermann ist das Curriculum der Zusatzausbildung Kinder- und Jugendpsychosomatik wie in der gleichnamigen Sektion des DGPM verfasst und vom DGPM-Vorstand gebilligt. Mithilfe des Curriculums ist es möglich, zum Beispiel bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) die Abrechnungsgenehmigung für die Kinder- und Jugendpsychotherapie zu beantragen. Die Psychosomatische Medizin des Kindes- und Jugendalters gehört mit zu dem Tätigkeitsspektrum der Psychosomatischen Medizin. In der Weiterbildungsordnung werden Kenntnisse in Diagnostik und Behandlung von Verhaltensauff älligkeiten des Kindes- und Jugendalters gefordert. Außerdem sind familientherapeutische Erfahrungen und sozial-therapeutische Maßnahmen Weiterbildungsinhalte. Es soll darum gehen, in der Psychosomatischen Medizin eine spezielle Psychosomatik für Kinder und Jugendliche und deren Familien zu etablieren, indem richtlinienpsychotherapeutische (tiefenpsychologische und verhaltenstherapeutische), systemische und sozialtherapeutische Maßnahmen miteinander verknüpft werden. Es etablieren sich zusehends multimodale multiprofessionelle Behandlungsansätze, die über einen wissenschaftlichen Diskurs Einzug in die Weiterbildung nehmen.

M. Franz (Düsseldorf), T. Loew (Regensburg), J. Timmermann (Cuxhaven)

Die Behandlung von PatientInnen mit funktionellen und somatoformen Störungen ist in der hausärztlichen, internistischen und kardiologischen Praxis in der Regel unbeliebt. PatientInnen aus diesem Diagnosekreis sind häufig, zeitintensiv, oft nervenaufreibend und im Hinblick auf die Prognose unbefriedigend.

Somatisierung ist ebenso wie Angst und Depressivität ein weit verbreitetes Phänomen, aber auch eine menschliche Reaktion auf psychosoziale Belastungen. Im Kurs werden ätiologische Modelle vorgestellt und eine Grundhaltung erarbeitet, welche es ermöglichen soll, erfolgreicher und mit mehr Spielräumen diese Beschwerdegruppe zu behandeln. Typische Interventionen können in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Schauspielpatienten geübt werden, was eine besondere Gelegenheit des Lernens uns Ausprobierens ermöglicht. Eigene kasuistische Fallbeispiele sind ebenfalls willkommen.

J. Ronel (München)